FAQ Mentoring - Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit

FAQ

DZPG-Mentoring

Sie interessieren sich für das DZPG-Mentoring? Nachfolgend finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Programm. 

Das standortübergreifende Mentoring am DZPG fördert Chancengerechtigkeit und stärkt individuelle Potenziale. Es steht allen Personen am DZPG offen und ist diversitätsorientiert. Das Mentoring richtet sich insbesondere an Forschende, die selbst von einer psychischen Erkrankung betroffen sind. 

 

Mentoring verstehen wir als unabhängige, eigenverantwortliche Zusammenarbeit zwischen einer erfahrenen Person (Mentorin) und einer weniger erfahrenen Person (Mentee) mit dem Ziel, die berufliche und/oder persönliche Entwicklung des Mentees zu fördern. 

 

Beim DZPG-Mentoring profitieren beide Seiten vom Austausch von Erfahrungen, Wissen und Perspektiven. Das Mentoring hilft Mentees dabei, Orientierung bei wichtigen Karriereschritten zu gewinnen, Ihre Ziele zu schärfen und neue Perspektiven auf Ihre Laufbahn zu entwickeln. Mentor:innen gewinnen neue Perspektiven, erhalten Impulse zu aktuellen Themen und stärken ihre Führungs- und Beratungskompetenzen im Austausch mit Forschenden verschiedener Karrierephasen und Hintergründe. 

Bitte füllen sie unser Kontaktformular aus und schicken Sie es an mentoring@dzpg.org. 

 

Mentees werden gebeten, nach Möglichkeit den Namen einer potenziellen Mentorin bzw. eines potenziellen Mentors anzugeben. Wir nehmen anschließend Kontakt mit der genannten Person auf und prüfen die Möglichkeit eines Mentorings. Wenn ein Matching zustande kommt, informiert das Mentoring-Team Mentee und Mentor:in zeitgleich über die erfolgreiche Zuordnung.

Wenn ein Matching zustande kommt, informiert das Mentoring-Team Mentee und Mentor:in zeitgleich über die erfolgreiche Zuordnung. Mit der Matching-Mail erhalten beide außerdem eine Vorlage für eine Mentoringvereinbarung, die als Orientierung für die gemeinsame Gestaltung der Zusammenarbeit dient.

 

Die weitere Organisation des Mentoring-Tandems liegt anschließend in der Verantwortung des Mentees. Dazu gehören insbesondere die Kontaktaufnahme mit der Mentorin oder dem Mentor, die Terminvereinbarung sowie die Vorbereitung von Themen und Fragestellungen für die Gespräche. So kann das Mentoring gezielt auf die individuellen Entwicklungsziele und Bedürfnisse des Mentees ausgerichtet werden.

 

Das erste Gespräch zwischen Mentee und Mentor:in bietet die Möglichkeit, sich einander vorzustellen und gegenseitige Erwartungen zu skizzieren. Hier können grundsätzliche Rahmenbedingungen besprochen werden, wie z. B.

  • Welche Rahmenbedingungen sollen festgelegt werden (z. B. Beginn und Ende der Mentoring-Beziehung, Häufigkeit der Treffen)?
  • Welche Ziele und Themen sollen im Mentoring behandelt werden? 
  • Welche Vertraulichkeitsregelungen sollen gelten (z. B. kein Austausch von Informationen mit Dritten)?

     

Als Orientierung für das Erstgespräch kann die Mentoringvereinbarung dienen, die wir Ihnen nach erfolgreichem Matching zusenden.

Mentoringtreffen werden flexibel zwischen Mentor:in und Mentee vereinbart. Ein typischer Mentoring-Zyklus umfasst ungefähr 2-4 Treffen je ein bis zwei Stunden (persönlich oder online) zwischen Mentor*in und Mentee. Je nach Bedarf und Interesse kann dieser Prozess verlängert werden. Welche Themen dabei im Mittelpunkt stehen, hängt von den individuellen Situationen und Bedürfnissen der Beteiligten ab. 

Ein typischer Ablauf für ein Mentoringgespräch könnte folgendermaßen aussehen:

 

1. Einstieg & Zieldefinition

  • Klärung des zeitlichen Rahmens
  • Check-in: aktueller Stand und Befinden
  • Festlegung von Ziel und Themen des Treffens

 

2. Arbeitsphase

  • Einbringen einer Frage oder eines Anliegens durch den:die Mentee
  • Bearbeitung und Reflexion der Themen
  • Impulse und Feedback durch den:die Mentor:in, Unterstützung bei der Lösungsentwicklung

 

3. Fazit & nächste Schritte

  • Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
  • Ableitung konkreter nächster Schritte für den:die Mentee

 

4. Reflexion & Abschluss

  • Klärung organisatorischer Punkte (z. B. nächster Termin)
  • Kurze Reflexion: was läuft gut, was kann angepasst werden

 

Mögliche Themen

  • Zielklärung und strategische Planung der nächsten Karriereschritte, z. B. Auswahl geeigneter Symposien, Weiterbildungen und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Bewerbungsstrategien und Karriereentscheidungen, z. B. für neue Positionen oder Professuren, sowie Gehaltsverhandlungen
  • Aufbau von Netzwerken und Stärkung der beruflichen Sichtbarkeit
  • Ausbau von Führungskompetenzen und Reflexion von Arbeitsplatzdynamiken
  • Vereinbarkeit von Karriere und Familie bzw. anderen Lebensbereichen
  • Umgang mit Unsicherheiten und Rückschlägen, z. B. Gestaltung beruflicher Perspektiven bei vorübergehender Nicht-Verfügbarkeit aufgrund persönlicher Lebensumstände
  • Reflexion von Ethik und persönlichen Werten im beruflichen Kontext
  • Integration von klinischer Tätigkeit und wissenschaftlicher Laufbahn

     

Beispiele für Gesprächsinhalte

  • Ich möchte mein Forschungsprofil weiterentwickeln und den nächsten Drittmittelantrag vorbereiten. Welche Fördermöglichkeiten passen zu meinem Vorhaben?
  • In den letzten Wochen belasten mich herausfordernde Lebensumstände, die sich auf meinen beruflichen Alltag auswirken. Wie kann ich am besten vorgehen, um mögliche berufliche Nachteile möglichst gering zu halten?
  • Welche Konferenzen, Weiterbildungen oder Fördermöglichkeiten sind für meine weitere Entwicklung sinnvoll?
  • Aufgrund einer psychischen Erkrankung kommt es bei mir gelegentlich zu längeren Ausfallzeiten. Ich möchte gerne besprechen, wie ich damit im beruflichen Kontext umgehen und meine weitere berufliche Entwicklung möglichst gut gestalten kann.
  • Als Erstakademiker:in in meiner Familie fehlt mir ein Orientierungspunkt dafür, wie ich meine wissenschaftliche Karriere weiterentwickeln kann, welche nächsten Schritte sinnvoll sind, wie ich mir ein berufliches Netzwerk aufbaue und welche Möglichkeiten ich nutzen sollte.

Ein erfolgreiches Mentoring basiert auf klaren Zielen, gegenseitigem Vertrauen und einer aktiven Zusammenarbeit von Mentee und Mentor:in.

 

Gemeinsam

Mentor:in und Mentee sollten:

  • gemeinsam Verantwortung für das Mentoring übernehmn
  • konkrete Themen bearbeiten (z. B. Karriereplanung, wissenschaftliche Laufbahn)
  • Ziele und Vorgehensweisen bei Bedarf anpassen
  • Gesprächsinhalte vertraulich behandeln
  • auftretende Probleme oder Unsicherheiten ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen

     

Empfehlungen für Mentees

Mentees sind für den organisatorischen Rahmen des Mentorings verantwortlich. Dazu gehören insbesondere:

  • regelmäßige Termine vereinbaren und zuverlässig wahrnehmen
  • Treffen eigenständig vor- und nachbereiten
  • konkrete Fragen und Themen einbringen
  • vereinbarte Schritte nach Möglichkeit umsetzen
  • Vertraulichkeit wahren

     

Empfehlungen für Mentor:innen

Als Mentor:in begleiten Sie den Entwicklungsprozess, ohne Entscheidungen für die Mentees zu treffen:

  • Erfahrungen und Praxisbeispiele teilen
  • Impulse und neue Perspektiven aufzeigen
  • Mentees dabei unterstützen, eigene Lösungen zu entwickeln
  • gemeinsam relevante Kontakte und Netzwerke identifizieren, ggf. Kontakte vermitteln
  • Entwicklungs- und Vernetzungsmöglichkeiten, z. B. Lab Rotations, besprechen

Herausforderungen können sein

  • Es entstehen Rollenunklarheiten oder Interessenkonflikte, in dem z. B. ein berufliches Abhängigkeits- oder Betreuungsverhältnis besteht.
  • Fragen und Themen überschreiten den Rahmen von Mentoring.
  • Die Zusammenarbeit im Tandem entspricht nicht den Erwartungen oder Bedürfnissen beider Seiten.

 


Was kann ich in solchen Situationen tun?

 

Bei Rollenunklarheiten oder Interessenkonflikten

  • Achten Sie darauf, dass keine Abhängigkeitsbeziehung zwischen Mentor:in und Mentee besteht.
  • In der Regel wird dies vor Beginn des Mentorings geprüft.
  • Sollten dennoch Bedenken auftreten, wenden Sie sich bitte an die Programmkoordination.

 

 

Wenn Themen den Mentoringrahmen überschreiten

  • Persönliche Informationen und Selbstoffenbarungen werden vertraulich behandelt.
  • Niemand ist verpflichtet, Diagnosen oder sensible Gesundheitsinformationen offenzulegen.
  • Bei psychischen Krisen oder erheblichem Leidensdruck sollte professionelle psychologische oder psychosoziale Unterstützung in Anspruch genommen werden. Mentoring ersetzt keine psychologische Beratung oder Behandlung.
  • Werden im Mentoring Erfahrungen mit Machtmissbrauch oder Fehlverhalten am Arbeitsplatz thematisiert, kann auf die Unterstützungsangebote der DZPG-Ombudspersonen hingewiesen werden.

 

Wenn die Zusammenarbeit im Tandem nicht funktioniert

  • Sprechen Sie Schwierigkeiten möglichst frühzeitig an.
  • Wenden Sie sich bei Bedarf an die Programmkoordination: mentoring@dzpg.org
  • Ein Wechsel der Mentoringpartnerschaft oder ein vorzeitiger Abbruch ist möglich.
  • Dies stellt kein Scheitern dar, sondern kann eine sinnvolle Lösung sein.

 

Unser Hinweis: Jede Mentoringbeziehung ist individuell. Offenheit, Verlässlichkeit, gegenseitiger Respekt und eine klare Kommunikation der Erwartungen bilden die Grundlage für ein erfolgreiches Mentoring.

Das Ende der Mentoringbeziehung wird in der Regel gemeinsam von Mentee und Mentor:in vereinbart. Bitte informieren Sie uns, sobald das Mentoring abgeschlossen ist: mentoring@dzpg.org  

 

Anschließend senden wir Ihnen eine kurze Evaluation zu. Nach deren Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat über Ihre Teilnahme am Mentoringprogramm.

Sie haben weitere Fragen?

Dann kontaktieren Sie uns gerne:
mentoring@dzpg.org