Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) zeigen sich durch anhaltende und belastende Symptome nach traumatischen Ereignissen. Menschen mit dieser Erkrankung erleben immer wieder belastende Erinnerungen, meiden Situationen, die sie daran erinnern, und fühlen sich oft angespannt oder schreckhaft. Eine PTBS entsteht meist nach traumatischen Ereignissen, die das eigene Leben oder die körperliche Unversehrtheit bedroht haben. Die Behandlung umfasst spezielle Psychotherapien wie die kognitive Verhaltenstherapie oder EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), manchmal ergänzt durch Medikamente. Ein frühzeitiger Therapiebeginn kann den Verlauf verbessern, und eine langfristige psychologische Unterstützung hilft bei der Bewältigung und Vorbeugung weiterer Probleme.
PTBS* äußert sich durch anhaltende und belastende Symptome, die nach einem traumatischen Ereignis auftreten können. Dabei ist die PTBS gekennzeichnet durch drei Symptombereiche: 1) Wiedererleben des traumatischen Ereignisses, z. B. durch wiederkehrende belastende Erinnerungen, Albträume und Nachhallerinnerungen (Flashbacks); 2) Vermeidung von Situationen, die an das Trauma erinnern, z. B. Gedanken, Orte, Personen und 3) unvollständige Erinnerung an das Ereignis oder Symptome einer gesteigerten Erregbarkeit (Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, erhöhte Schreckhaftigkeit). Die Symptome einer PTBS treten meistens in den ersten Monaten (nach ICD-10 innerhalb von sechs Monaten) nach dem bedrohlichen Ereignis auf. Erschwerend können andere psychische und körperliche Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits bestehen oder sich im Verlauf entwickeln.
* Definition nach ICD. Siehe dazu auch: F43.1
Die Ursachen für PTBS sind traumatische Ereignisse, bei denen das Leben oder die körperliche Unversehrtheit bedroht war. Bei Menschen, die nach solchen bedrohlichen Erlebnissen über einen Zeitraum von mehreren Wochen unter den oben genannten Symptomen leiden, kann dies auf eine posttraumatische Belastungsstörung hinweisen. Auch wenn traumatische Ereignisse bei anderen Menschen persönlich miterlebt werden, oder die Ereignisse nahestehende Personen betreffen, kann eine PTBS entstehen.
Betroffenen Menschen sollte eine traumafokussierte Psychotherapie angeboten werden, damit sie die bestehenden Symptome verarbeiten können. Insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), tiefenpsychologische Psychotherapie und die EMDR sind wirksame Therapiemethoden. Eine medikamentöse Unterstützung (z. B. Antidepressiva oder Angstlöser) sollte weder allein noch als hauptsächliche Therapie eingesetzt werden, sondern nur in Kombination mit einer Psychotherapie. Ein früher Therapiebeginn kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die Prävention von PTBS beinhaltet auch eine umfassende Nachsorge und psychologische Unterstützung für Menschen nach traumatischen Ereignissen.
Mehr Informationen zu PTBS:
Wenn Sie Unterstützung suchen, gibt es verschiedene Anlaufstellen:
Fachärztinnen und -ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ihrer Nähe finden Sie über das Suchportal der Bundesregierung: gesund.bund.de/suchen/aerztinnen-und-aerzte
Über Terminservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erhalten Sie Hilfe bei der Suche nach einem Termin für eine Behandlung: eterminservice.de/terminservice
Eine Übersicht und Suchmöglichkeit nach Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland bietet die Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (NAKOS): nakos.de/adressen/datenbanksuche
In akuten Krisen erhalten Sie auch außerhalb der Sprechzeiten schnelle und qualifizierte Hilfe rund um die Uhr über den medizinischen Notdienst (116 117)
Bei unmittelbarer Suizidgefahr rufen Sie bitte sofort den Notruf (112) an. Zögern Sie nicht, wenn Sie selbst oder jemand in Ihrem Umfeld akut gefährdet ist.
Forschungsprojekte am DZPG beschäftigen sich mit neurobiologischen, genetischen, psychologischen und sozialen Mechanismen, die an der Entwicklung und dem Verlauf von PTBS beteiligt sind. Außerdem suchen die Wissenschaftlerinnen nach Biomarkern zur Vorhersage und Diagnostik von PTBS.
Die Optimierung bestehender Behandlungsmethoden für PTBS (z. B. kognitive Verhaltenstherapie, EMDR), damit sie schneller und effizienter wirken, wird ebenfalls untersucht. Dabei geht es auch um die Frage, wie kultursensible und auf das jeweilige Lebensumfeld der Betroffenen ausgerichtete Therapien etabliert und evaluiert werden können und ob es neuartige Therapien gibt, die erforscht werden sollten.
Auch wie häufige Komorbiditäten (z. B. Depression, Angststörungen, Suchtverhalten) den Verlauf und die Behandlung von PTBS beeinflussen und wie eine ganzheitliche Behandlungsmethode entwickelt werden kann, steht im Fokus der Forschung.
Darüber hinaus widmen sich die Wissenschaftler der Frage, welche Präventionsstrategien bei Hochrisikogruppen (z. B. Militärangehörige, Rettungskräfte, gegenüber Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus vulnerable Minderheiten) am wirksamsten sind und wie man PTBS nach einem traumatischen Ereignis am besten verhindern oder lindern kann.
Auch die langfristigen gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Folgen von PTBS für Betroffene und ihre Familien gehören zu den aktuellen Forschungsfragen.
Perspektivisch setzt das DZPG auch folgende Forschungsschwerpunkte: