Forschungsprogramm - Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit

Forschungsprogramm

Psychische Gesundheit stärken, Krankheitslast reduzieren

Das Forschungsprogramm umfasst vier miteinander verknüpfte Hauptforschungsbereiche (Domänen): 

  1. Risiko- und Resilienzfaktoren für psychische Gesundheit und somatische Komorbiditäten über die gesamte Lebensspanne
  2. Innovative, individualisierte Interventionen
  3. Prävention, Genesung und Teilhabe im Lebensumfeld
  4. Visionäre Forschung zu neu aufkommenden Fragestellungen

Die Hauptforschungsbereiche werden ergänzt durch drei gemeinsame Leuchtturmprojekte:

  • Urbane psychische Gesundheit
  • Prävention, Früherkennung und Frühbehandlung
  • Verstärkte Psychotherapie

In der Ausbauphase 2025–2030 werden diese Schwerpunkte mit gemeinsamen Infrastrukturen, harmonisierten Datensätzen und translationalen Studien weiterentwickelt, um Forschungsergebnisse schneller in die Versorgung zu überführen.
 

Risiko- und Resilienzfaktoren für psychische Gesundheit und somatische Komorbiditäten über die gesamte Lebensspanne

Hauptforschungsbereich I 
(Leitung: Bochum, München) 
zielt darauf ab, das Verständnis der Ursachen und Verläufe von psychischen Erkrankungen, komorbiden körperlichen Erkrankungen und gesundheitsfördernden Prozessen zu erweitern, um Resilienz- und Genesungsfaktoren besser zu erkennen.

Der Forschungsbereich setzt sich aus drei Clustern zusammen:

I.1 Frühe Widrigkeiten und Traumata
Beispielprojekte sind BO1, MUC 1, MA 1, TÜ6 und JE6

I.2 Biopsychosoziale Übertragung von psychischen Störungen über Generationen hinweg
Beispielprojekte sind BO3, MA3, MUC5 und TÜ4

I.3. Biopsychosoziale Verläufe der psychischen und physischen Gesundheit über die gesamte Lebensspanne.
Beispielprojekte sind BE1, BO2, JE4, MA2, MUC2, MUC3 und TÜ5
 

Innovative, individualisierte Interventionen

Hauptforschungsbereich II 
(Leitung: Tübingen, Jena) 
soll den praktischen Nutzen der Forschung für die Patientinnen durch eine beschleunigte Umsetzung von Erkenntnissen optimieren, indem die biopsychosoziale Forschung (Hauptforschungsbereich I) und die Entwicklung präziserer und personalisierter Behandlungsmethoden eng miteinander verknüpft werden.

Der Forschungsbereich setzt sich aus drei Clustern zusammen:

II.1 Individualisierte digitale und neuromodulatorische Interventionen
Beispielprojekte sind TÜ1, JE3, BO3, MA3 und MUC6

II.2 Personalisierte Pharmako- und Psychotherapie
Beispielprojekte sind JE7, BE2, MA4, MUC 7 und TÜ2

II.3 Gezielte Stepped-Care-Strategien für mentale Gesundheit
Beispielprojekte sind BO5, JE2, MA4, und TÜ1

Prävention, Genesung und Teilhabe im Lebensumfeld

Hauptforschungsbereich III 
(Leitung: Berlin, Mannheim) 
vervollständigt den Translationszyklus und trägt dazu bei, gezielte Interventionen auf der Grundlage individueller Verläufe in Lebensumgebungen zu übertragen. Damit wird die Perspektive von Wissenschaft und Forschung in den Forschungsbereichen I und II auf Gesellschaft und Umwelt erweitert.

Der Forschungsbereich setzt sich aus drei Clustern zusammen:

III.1 Bevölkerungsbezogene Interventionen
Beispielprojekte sind BE3, BO5 und MUC4

III.2 Genesung: Mechanismen, soziale Faktoren und Behandlungsmöglichkeiten
Beispielprojekte sind BE4, BO1 und MA5

III.3 Vielfalt, soziale Eingliederung und psychische Gesundheit: Bekämpfung von Stigmatisierung und Diskriminierung
Beispielprojekte sind BE5, MA6 und MUC7

Visionäre Forschung zu neu aufkommenden Fragestellungen

Hauptforschungsbereich IV 
bündelt visionäre Forschung zu neu aufkommenden Fragestellungen und fördert standortübergreifende Projekte, die agil auf Entwicklungen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz reagieren und neue Impulse für Prävention, Behandlung, Teilhabe und Translation setzen.

Während in der Aufbauphase vor allem die Grundlagen für Früherkennung und Prävention geschaffen wurden, stehen in der Ausbauphase deren Weiterentwicklung, der Ausbau gemeinsamer Infrastrukturen, die agile Bearbeitung neu aufkommender Fragestellungen und die Translation in die Versorgung im Mittelpunkt.