Neues Sprecherteam am DZPG: Prof. Silvia Schneider und Prof. Peter Falkai übernehmen zum 1. Mai 2025 - Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit
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Neues Sprecherteam am DZPG: Prof. Silvia Schneider und Prof. Peter Falkai übernehmen zum 1. Mai 2025

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) steht vor einem bedeutenden Wechsel: Prof. Dr. Silvia Schneider (Standort Bochum-Marburg) und Prof. Dr. Peter Falkai (Standort München-Augsburg) übernehmen die Sprecherfunktion für das Forschungszentrum zum Start der fünfjährigen Ausbauphase am 1. Mai. Sie folgen auf die beiden Gründungssprecher Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz (Standort Berlin-Potsdam) und Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg (Standort Mannheim-Heidelberg-Ulm), die das DZPG seit der Antragstellung maßgeblich aufgebaut und geprägt haben.

„Unsere Vorgänger haben das DZPG mit großer Weitsicht etabliert“, sagt Peter Falkai. „Wir möchten diesen erfolgreichen Weg fortsetzen – mit einem klaren Fokus auf Monitoring, Prävention und gesellschaftlicher Wirkung. Die Forschung am DZPG soll sich auszahlen – wissenschaftlich, gesellschaftlich und für die Versorgung. Dafür brauchen wir ein wissenschaftlich fundiertes Instrumentarium, das es uns erlaubt, psychische Gesundheit regelmäßig und flächendeckend zu erfassen, um Krisen früher zu erkennen und wirksame Maßnahmen gezielt planen und evaluieren zu können“, betont Falkai.

Dafür wurden bereits das Deutsche Gesundheitsbarometer am Standort Bochum-Marburg sowie DigiHero am Standort Halle-Jena-Magdeburg etabliert. Beide liefern wichtige Erkenntnisse über Belastungen, Schutzfaktoren und Lebensumstände in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen – und damit die Grundlage für gezielte Prävention.

Forschung, die ankommt und wirkt

Silvia Schneider ergänzt: „Ein besonderer Fokus des DZPG liegt auf Translation – also der Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis und umgekehrt. Dafür müssen die Perspektiven der Betroffenen und Angehörigen systematisch in die Forschung einbezogen werden. Diese Stärke wollen wir weiter ausbauen.“

Ein weiterer Schwerpunkt ist die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. „Hier werden entscheidende Weichen für das ganze Leben gestellt“, so Schneider. „Wir müssen weg vom reinen Krankheitsfokus hin zu einem Gesundheitsfokus. Mental Health in all Policies ist unser Ziel: Psychische Gesundheit muss in allen Politikbereichen mitgedacht werden, von Bildung über Arbeit bis zu Stadtentwicklung.“

Ein Erfolgsmodell interdisziplinärer Zusammenarbeit

Andreas Meyer-Lindenberg sieht für diese Arbeit beste Voraussetzungen: „Es ist uns gelungen, ein gemeinsames Fundament über sechs Standorte und knapp 30 Institutionen hinweg zu legen – mit einem tiefen gegenseitigen Verständnis und einer Kultur der Zusammenarbeit, die über Fachgrenzen hinausgeht. Psychologinnen, Mediziner, Grundlagenforscherinnen – und vor allem auch Betroffene und Angehörige – arbeiten beim DZPG in trialogischen Strukturen zusammen. Daraus sind hochkarätige Publikationen und eine wissenschaftliche Sichtbarkeit entstanden, die bundesweit ausstrahlt.“

Andreas Heinz ergänzt, dass es für die weitere Forschung wichtig sei, gemeinsame Infrastrukturen zu etablieren, damit alle zukünftigen Studien miteinander vergleichbar sind. „Besonders wichtig“, betont Heinz, „ist die Beteiligung von Betroffenen und Angehörigen an den Studien. Das umfasst sowohl deren Entwicklung, Auswertung als auch die Interpretation der Ergebnisse. Diesbezüglich lief innerhalb des DZPG bereits die erste deutschlandweite Betroffenenbeteiligung zur mentalen Gesundheit. Ziel war es, herauszufinden, welche Forschungsthemen für Expertinnen und Experten aus Erfahrung besonders wichtig sind und welche ihnen in der aktuellen Forschungslandschaft fehlen.“

„Die Zusammenarbeit am DZPG war von Beginn an konstruktiv, fruchtbar und von außen als Erfolgsmodell wahrnehmbar. Dass wir nun mit der Ausbauphase Planungssicherheit und einen deutlichen Aufwuchs an Mitteln erhalten, zeigt das große Vertrauen in unsere Arbeit. Wir sind überzeugt, dass das neue Sprecherteam diesen Weg konsequent weitergehen wird“, so Meyer-Lindenberg.

 

Prof. Dr. Silvia Schneider und Prof. Dr. Peter Falkai, Sprechende des DZPG ab 1.Mai 2025
Prof. Dr. Silvia Schneider und Prof. Dr. Peter Falkai, Sprecherin und Sprecher des DZPG ab dem 1. Mai 2025
Prof. Dr. Meyer-Lindenberg und Prof. Dr. Dr. Heinz, Gründungssprecher des DZPG
Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg (links) und Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz (rechts), Gründungssprecher des DZPG