Jochen Gensichen in die Leopoldina aufgenommen: Auszeichnung für Forschung zur hausärztlichen Versorgung auch psychischer Erkrankungen - Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit
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Jochen Gensichen in die Leopoldina aufgenommen: Auszeichnung für Forschung zur hausärztlichen Versorgung auch psychischer Erkrankungen

Prof. Dr. Jochen Gensichen, DZPG-Wissenschaftler am DZPG-Standort München-Augsburg und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am LMU Klinikum München, ist als erstes Mitglied aus der Allgemeinmedizin in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen worden. Mit der Wahl würdigt die Akademie seine herausragenden wissenschaftlichen Beiträge zur Versorgungsforschung und zur Weiterentwicklung einer patientenzentrierten hausärztlichen Versorgung, insbesondere auch für Menschen mit psychischen und chronischen Erkrankungen.

Forschung an der Schnittstelle von Allgemeinmedizin und psychischer Gesundheit

Psychische Erkrankungen werden häufig zunächst in Hausarztpraxen erkannt und behandelt. Gleichzeitig sind die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten im eng getakteten Praxisalltag begrenzt. Seit vielen Jahren erforscht Jochen Gensichen deshalb, wie sich die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie chronischen und mehrfachen Erkrankungen nachhaltig verbessern lässt.

Charakteristisch für seine Arbeit ist die enge Verbindung von wissenschaftlicher Evidenz und klinischer Praxis. Auf Grundlage klinisch-epidemiologischer Studien, Interventionsforschung und gesundheitsökonomischer Analysen entwickelt sein Team Versorgungskonzepte, die sich unmittelbar in den hausärztlichen Alltag übertragen lassen. Im Mittelpunkt steht dabei das Konzept der Collaborative Care, das hausärztliche Versorgung mit psychotherapeutischer, fachärztlicher und pflegerischer Expertise verknüpft. Ziel ist eine koordinierte, patientenzentrierte Behandlung, die körperliche und psychische Gesundheit gleichermaßen berücksichtigt.

Transdiagnostische Versorgung in der Primärversorgung

Diese Forschung betreibt Jochen Gensichen auch im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG). Am DZPG-Standort München-Augsburg leitet er das Projekt STARC (STructured, first-Aid geneRic, psychologiCal interventions). Das Vorhaben entwickelt und untersucht eine evidenzbasierte transdiagnostische Erstversorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen in der hausärztlichen Praxis.

Anders als klassische Behandlungsansätze orientiert sich die transdiagnostische Intervention nicht an einzelnen Diagnosen, sondern an krankheitsübergreifenden Symptomen und Belastungen. Damit soll Hausärztinnen und Hausärzten ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Verfügung gestellt werden, um Patientinnen und Patienten bereits frühzeitig wirksam unterstützen zu können. 

Forschung mit hoher Relevanz für Translation

Die Aufnahme in die Leopoldina würdigt Gensichens langjähriges wissenschaftliches Engagement für eine bessere Gesundheitsversorgung. Seine Arbeiten verbinden verschiedene Disziplinen und tragen dazu bei, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die medizinische Praxis zu überführen.

Quelle: Pressemitteilung des LMU Klinikums München 

DZPG-Wissenschaftler Jochen Gensichen in Leopoldina aufgenommen
Urkundenüberreichung (v.l.n.r.): Prof. Dr. Bettina Rockenbach (Präsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina), Prof. Dr. Jochen Gensichen (DZPG-Standort München-Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin, LMU Klinikum), Prof. Dr. Barbara Wollenberg (Sprecherin der Klasse III)Anna Kolata