ERC Consolidator Grant für DZPG-Forscher Tobias Hauser - Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit
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ERC Consolidator Grant für DZPG-Forscher Tobias Hauser

Prof. Tobias Hauser, wissenschaftliches Mitglied des DZPG am Standort Tübingen, hat einen der begehrten Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten. Die hochdotierte Förderung von zwei Millionen Euro über fünf Jahre unterstützt sein Projekt CoNbI-OCD (Computational Neuroscience-based Interventions for OCD), das die Behandlung von Zwangsstörungen grundlegend neu denken will.

Der Erfolg ist beachtlich: EU-weit wurden in dieser Runde nur 349 von 3.121 Bewerbungen bewilligt – eine Erfolgsquote von rund elf Prozent. Hauser, der im Bereich Computational Psychiatry der Medizinischen Fakultät Tübingen forscht, setzt sich damit gegen hochkarätige europäische Konkurrenz durch.

Personalisierte Therapien durch KI und Neurowissenschaft

Zwangsstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und können den Alltag Betroffener massiv beeinträchtigen. Doch bestehende Therapien sprechen nicht bei allen Menschen gleich gut an. Genau hier setzt Hausers innovativer Ansatz an: Er verbindet klassische Psychotherapie mit modernsten Technologien wie Gehirnscans, Computermodellen des Denkens und generativer KI.

"Wir stehen an einem Wendepunkt in der Behandlung psychischer Erkrankungen", erklärt Hauser. "Mit CoNbI-OCD wollen wir die Erkenntnisse aus der modernen Gehirnforschung und der KI nutzen, um Betroffenen endlich wirksamere und besser an ihre persönlichen Bedürfnisse angepasste Therapien anbieten zu können."

Praxisnahe Entwicklung im Dialog mit Betroffenen

Besonders wichtig ist Hauser die enge Zusammenarbeit mit Menschen, die selbst Erfahrungen mit Zwangsstörungen gemacht haben, sowie mit Fachkräften aus der psychischen Gesundheitsversorgung. So will das Projekt sicherstellen, dass die neuen Methoden nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch praxisnah, sicher und alltagstauglich sind.

Das Ziel: Durch ein besseres Verständnis der neurobiologischen Prozesse während zwanghafter Gedanken sollen individuell zugeschnittene, hochmoderne Behandlungsansätze entstehen – ein wichtiger Schritt hin zu präziseren und wirksameren Therapien.

Quelle: Pressemitteilung Eberhard Karls Universität Tübingen

Beate Armbruster