Die Psychologin und Psychotherapeutin erforscht, wie psychische Belastungen frühzeitig erkannt und psychische Erkrankungen verhindert werden können. Dabei setzt sie vor allem auf digitale Technologien. Ein Schwerpunkt liegt auf Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Mit ihrer Expertise stärkt Johanna Löchner die Schnittstelle zwischen Psychologie, Digitalisierung und Allgemeinmedizin, aber auch die Verbindung ins Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit“, erklärt Gensichen.
Stress, Überlastung und persönliche Krisen können erste Anzeichen einer Depression oder Angststörung sein. Unterstützung erhalten Betroffene jedoch häufig erst spät. Digitale Tagebücher, Apps, sichere Chatbots und niedrigschwellige Beratungsangebote könnten dazu beitragen, Warnsignale früher zu erkennen, Versorgungslücken zu schließen und den Zugang zu geeigneter Hilfe zu erleichtern.
Eine wichtige Rolle spielt die Primärversorgung: Hausärztinnen und Hausärzte sind für viele Menschen die ersten Ansprechpersonen im Gesundheitswesen. Auch kinderärztliche und gynäkologische Praxen könnten digitale Angebote empfehlen oder in Vorsorgeuntersuchungen einbinden. „Ideal wäre es, wenn psychische Gesundheit genauso regelmäßig mitgecheckt wird wie die Zahngesundheit“, sagt Löchner.
Ihr Team hat bereits mehrere digitale Anwendungen entwickelt und untersucht. In einem aktuellen Projekt führen junge Menschen per Smartphone ein Tagebuch zu Schlaf, Stress und Stimmung. Bei auffälligen Werten werden sie zu einem diagnostischen Gespräch eingeladen. Die Studie wird im Rahmen des DZPG bis 2030 fortgeführt. Parallel entstehen ein digitales Präventionsprogramm und ein „Buddy-System“ für junge Menschen, die sich einsam fühlen.
Bei KI-basierten Angeboten sieht Löchner noch erheblichen Forschungsbedarf. Ziel sei es, sichere und wirksame digitale Instrumente zu entwickeln, über mögliche Risiken aufzuklären und die Prävention psychischer Erkrankungen verantwortungsvoll in die Breite zu bringen.
Quelle: Pressemitteilung LMU Klinikum