Das DZPG befindet sich im zweiten Jahr seiner Ausbauphase und der Fortschritt war spürbar: Projekte stellten Ergebnisse vor, die standortübergreifenden Infrastrukturen nehmen Fahrt auf und die Zusammenarbeit wird enger. Aus sechs Forschungsverbünden wächst ein gemeinsames Zentrum mit starker Identität.
Von der Idee zur Wirkung
Zu Beginn des Jahrestreffens nutzten die Infrastrukturen und zahlreiche Arbeitsgruppen die Gelegenheit, sich in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des LMU Klinikums persönlich auszutauschen. Auf dem Präsenztreffen des Trialogischen Zentrumsrats kamen Erfahrungsexpert:innen und Forschende zusammen, um die Partizipation am DZPG weiterzuentwickeln. Hervorzuheben ist auch das Treffen der Early Career Scientists. Unter dem Motto „From Idea to Impact“ erhielten die Teilnehmenden Impulse aus Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation und Industrie. Anschließend vertieften sie in Workshops unterschiedliche Wege, wie Forschung wissenschaftliche und gesellschaftliche Wirkung entfalten kann.
Präzisionspsychiatrie im Mittelpunkt
Das Hauptprogramm auf dem TUM-Stammgelände eröffneten DZPG-Sprecher Prof. Peter Falkai und Prof. Martin Hrabě de Angelis, Sprecher der acht DZG in München. Prof. Martien Kas von der University of Groningen gab einen Überblick über die Präzisionspsychiatrie. Er zeigte, wie Diagnosesysteme um biologische, umweltbezogene und klinische Informationen ergänzt werden könnten, um wirksamere, stärker an Krankheitsmechanismen ausgerichtete Behandlungen zu entwickeln.
Gut besuchte Symposien zeigten die Breite der DZPG-Forschung: von Früherkennung und Prävention über Risiko und Resilienz bis zu innovativen Interventionen, Teilhabe und Genesung. Mehr als 100 Poster gaben Einblicke in die Projekte. Die Posterpreise erhielten Maria Kühne (Halle-Jena-Magdeburg) für eine Studie zur Frage, ob Vagusnervstimulation zu Hause Beschwerden bei PMDS lindern kann, Lena Steubl (Mannheim-Heidelberg-Ulm) für die Entwicklung einer digitalen Orientierungshilfe im psychischen Versorgungssystem und Johannes Wolf (München-Augsburg) für eine Studie zur Dauer starker Einsamkeitsphasen bei Menschen mit chronischer Depression.
Austausch über Standorte und Perspektiven hinweg
Zwölf Werkstattgespräche boten Raum, Themen weiterzuentwickeln und Kooperationen anzustoßen. Beim Treffen aller Infrastrukturen wurde sichtbar, wie in den kommenden Jahren ein standortübergreifendes Fundament für gemeinsame Forschung entstehen kann. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zur KI und Behandlung psychischer Erkrankungen unter Moderation der bekannten Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt (Süddeutsche Zeitung). Die Diskussion verdeutlichte die Dringlichkeit, seitens der Forschung Ansätze und Handlungsempfehlungen für die zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich zu erarbeiten.
Das vollständige Programm ist hier abrufbar.
Das Jahrestreffen zeigte: Der Ausbau des DZPG ist in vollem Gange. Projekte, Infrastrukturen und Netzwerke entwickeln sich weiter und mit jeder gemeinsamen Initiative wächst das Zentrum stärker zusammen. Wissenschaftliche Vielfalt und gemeinsame Identität schaffen die Grundlage, um Forschung schneller in Prävention und Versorgung zu übertragen.
Das nächste Jahrestreffen des DZPG wird 2027 in Jena stattfinden.
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